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ANLEGEN · 3 Min. Lesedauer

ETF gegen Anlagefonds: was dir deine Bank nicht sagt

Publiziert am 5. März 2026 · Aktualisiert am 20. Juli 2026

Wenn du deine Bank fragst «Wie soll ich anlegen?», ist die Antwort fast immer dieselbe: ein hauseigener Anlagefonds. Das ist kein Zufall — und meistens nicht die beste Antwort für dich.

Der Unterschied in einem Satz

Ein aktiver Fonds beschäftigt Manager, die den Markt schlagen wollen, und verlangt dafür 1.5% bis 2% Jahresgebühren (TER); ein ETF bildet einfach einen Index nach — zum Beispiel die 1'500 grössten Unternehmen der Welt — für 0.1% bis 0.5% pro Jahr. Die akademische Forschung ist eindeutig: Nach Gebühren schneidet die grosse Mehrheit der aktiven Fonds über 10–15 Jahre schlechter ab als ihr Index (SPIVA-Studien von S&P, jährlich publiziert).

Was dich die Gebühren wirklich kosten

Jahresgebühren wirken winzig. Über 20 Jahre verzinst sind sie enorm. Illustratives Beispiel: CHF 100'000, 20 Jahre angelegt, 5% Bruttorendite pro Jahr.

ProduktJahresgebührenKapital nach 20 Jahren
Aktiver Bankfonds1.8%≈ CHF 187'900
Index-ETF0.3%≈ CHF 250'500
Differenz≈ CHF 62'600

Illustratives Beispiel — CHF 100'000 über 20 Jahre, 5% Bruttorendite/Jahr

Mehr als CHF 60'000 Unterschied, ohne einen Franken zusätzliches Risiko — nur Gebühren. Das ist die Zahl, die dir dein Bankberater nie zuerst zeigt.

Warum deine Bank ihre Fonds pusht

  • Hauseigene Fonds bringen der Bank wiederkehrende Verwaltungsgebühren.
  • Manche Drittfonds zahlen dem Vertrieb Retrozessionen — ein dokumentierter Interessenkonflikt, den die Schweizer Rechtsprechung auf Verlangen übrigens dem Kunden zurückerstatten lässt.
  • Ein an der Börse gekaufter ETF bringt der Bank nur minimale Courtagen: In ihrem Verkaufsgespräch hat er keinen Platz.

Wie du sauber startest

  • Wähl einen günstigen Broker (Schweizer oder ausländisch) statt des Verwaltungsmandats deiner Bank.
  • Bevorzuge breit diversifizierte UCITS-ETF (ganze Welt), physisch replizierend, mit einem TER unter 0.3%.
  • Denk auch an deine Säule 3a: Online-3a-Stiftungen mit ETF-Anlage verlangen Gesamtgebühren um 0.4–0.5%, gegenüber mehr als 1% bei vielen Bank-3a-Fonds.
  • Leg regelmässig an (jeden Monat), halte einen Horizont von 10 Jahren und mehr, und ignoriere kurzfristige Schwankungen.

Disclaimer

Lehrreicher Inhalt. Anlegen birgt Verlustrisiken; vergangene Renditen sind keine Garantie für künftige. Dies ist keine persönliche Anlageberatung.

Häufige Fragen

Sind ETF riskanter als Anlagefonds?

Nein — bei vergleichbarem Index ist das Marktrisiko dasselbe. Der Hauptunterschied sind die Kosten: Ein Index-ETF verlangt meist 0.1% bis 0.5% pro Jahr, ein aktiver Fonds 1.5% bis 2%.

Wie werden ETF in der Schweiz besteuert?

Dividenden werden als Einkommen besteuert, das Vermögen unterliegt der Vermögenssteuer, private Kapitalgewinne sind aber steuerfrei. Ausschüttende ETF vereinfachen die Steuererklärung.

Darf meine Bank Retrozessionen kassieren, ohne es mir zu sagen?

Die Rechtsprechung des Bundesgerichts verpflichtet Banken, über Retrozessionen zu informieren und sie auf Verlangen zurückzuerstatten, ausser bei ausdrücklichem Verzicht. Du kannst die Aufstellung schriftlich verlangen.

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